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Frust und Wut – Was Tantra Yoga dazu sagt, und welche Werkzeuge es uns gibt diese Emotionen in wertvolle Energie umzuwandeln

Dieser Artikel entsteht gerade aus meinem Frust heraus. Fakt ist, dass ich heute Morgen eine Yoga Klasse unterrichtet habe, und mein Konzept etwas daneben gegangen ist. Körperlich habe ich niemanden verletzt, aber im Geiste war ich sicher für den ein oder anderen „a pain in the arse.“
Nach einem erwünschten, aber saftigen Feedback von meiner Yogalehrerkollegin und Freundin, war mein Ego gewaltig angeknackst. Ich sitze nun schon seit 3 Stunde in meinem Zimmer, habe Disney’s „Atlantis“ geschaut, Nüsse gefuttert, und schmolle vor mich hin.

Witzig, dass das Thema der Klasse meinem momentanen Kampf entspricht. Es handelte davon, wie wir die grobstoffliche Energie, also Gedanken, Worte und Aktion, in feinstoffliche Energie umwandeln können, um sie sinnvoll zu nutzen. Und sinnvoll nutzen heißt auf Yogisch unsere spirituelle Entwicklung voran zu bringen.

Meine grobstoffliche Energie im Geiste ist momentan Frust. Das wir aus positiven Erfahrungen und Emotionen Kraft schöpfen, ist nicht schwer nachzuvollziehen, und bedarf auch keiner besonderen Praxis. Positive Erfahrungen, organische vegetarische Nahrung, Worte der Anerkennung, Liebe… sind grobstoffliche Energien, die schon eine hohe Eigenfrequenz besitzen, und daher automatisch zu unserem Wachstum beitragen können. Sie sind einfacher umzuwandeln, jedoch bedarf es trotzdem Aufmerksamkeit. Einfach so, passiert das nicht.

Auch diese höheren grobstofflichen Energien können unsere feineren Energieressourcen auslaugen, wenn wir sie achtlos als selbstverständlich annehmen. Dankbarkeit und Bescheidenheit sind kraftvolle Übungen, um diese hellen Emotionen zu stabilisieren.

Aber wie ist das nun mit diesem Ärger? Diesem Frust und dem Zorn? Wie schaffen wir es, uns nicht von den negativen Erfahrungen und Emotionen ausbeuten zu lassen? Das bedarf Übung und einer guten Strategie.

Das Problem mit negativen Erfahrungen ist, dass sie Schaden anrichten, wenn sie nicht bearbeitet und verwandelt werden. Sie setzen sich in unserem Unterbewusstsein fest und verursachen Angst und Depression. Sie stauen sich auf, bis sie uns unbeweglich machen oder in einem unerwarteten Moment herausplatzen. Unbearbeitet, rauben sie uns die gespeicherte feinstoffliche Energie, die wir auf dem Weg zur Freude und Erfüllung dringend benötigen. Sie sind wie ein Klumpen Haare im Abflussrohr. Eine Weile läuft das Wasser vorbei, und alles scheint in Ordnung. Bis es dann eines Tages zu viele Haare sind, und es eine Überschwemmung gibt.

Die Lehre des Tantra Yoga besagt, dass wir ALLES, was uns gegeben wird, umwandeln können. Es gibt kein gut und kein schlecht, keine Wertung, kein Label. Jede Emotion ist lediglich eine Schwingung.

Wie also wandle ich Zorn, Frust, Aggression, Enttäuschung etc. in feinstoffliche Energie um, die mich auch noch in meiner spirituellen Entwicklung unterstützt?

Kurz gesagt: Wir müssen die richtige Stimmgabel ansetzen, um die Schwingung zu erhöhen.
Diese Stimmgabel hat, wie die richtige Stimmgabel, zwei Zinken. Zusammen erzeugen sie den universellen Klang der Einheit.

 

2) Wir müssen jede Emotionen sehen, und sie als momentanen Teil unseres Seins akzeptieren

Unsere Emotionen sind natürliche Reaktionen auf unsere Erfahrung und unsere Umwelt. Sie kommen nicht einfach so hoch, weil sie uns ärgern wollen, sondern, weil sie mit unserem Inneren räsonieren, und eine Botschaft für uns haben. „Hallo, etwas stimmt gerade nicht!“

In unserer Kindheit und Jugend wird uns oft beigebracht, wir sollen uns mal zusammen reißen, nicht so überreagieren, nicht weinen, nicht traurig sein, nicht so laut lachen u.s.w. u.s.f. Wir lernen unsere Emotionen zu verleugnen, und sie zu unterdrücken. Unterdrückte Emotionen stauen sich im Inneren auf. Sie verschwinden nicht einfach so. Wenn sie nicht ins Licht gebracht werden, manifestieren sie sich in körperlichem und seelischem Leid.
Können wir sie jedoch erkennen, und als momentanen Teil unseres Seins akzeptieren, verlieren sie an Kraft, und wir können sie verwandeln.

Bevor wir unsere Emotionen akzeptieren können, müssen wir sie aber wirklich sehen. Erkennen.

In unserem Yogi-Dasein, und in unserer Prägung, unsere Emotionen nicht zeigen zu dürfen, verlieren wir auch das Gespür für sie. Wir wissen manchmal gar nicht, wie wir uns fühlen, und welche Emotionsvielfalt in uns herrscht. Oder wir reden uns ein, dass wir immer Gleichmütig sein müssen, denn das macht den „guten“ Yogi aus. Beides ist ungesund, und verursacht Verstopfungen. Körperlich und Seelisch. Verleugnen wir unseren Ärger oder Zorn, kann das tatsächlich die Leber- und Gallenfunktion einschränken. Verleugnete Trauer beeinflusst die Atemtätigkeit und Lungenfunktion. Verleugneter Herzschmerz – genau, der geht aufs Herz. Auch der Darm und die Verdauung leiden, denn jede unterdrückte Emotion verursacht Stress. Und Stress senkt ja bekanntlich die nicht lebensnotwendigen Körperfunktionen.

Ich selber bewegte mich einige Zeit unbewusst auf dem Gleis „guter Yogi“. Ich bin generell ein geduldiger Mensch, der eine Menge aushalten kann. Daher sind Ärgernisse für mich meistens banal und keines weiteren Gedanken wert. Vor einiger Zeit hatte ich eine Phase, in der ich die ganze Zeit verstimmt war, und konnte mir nicht erklären, warum. Bis ich den entscheidenden Hinweis von einer Freundin bekommen habe. Wir stimmten überein, dass wir zu faul sind, uns über Ärgernisse den Kopf zu zerbrechen. Jedoch meinte sie dann, dass wir dadurch manchmal den Ärger, der in uns ist gar nicht anerkennen, und er sich deshalb in uns aufstaut.

Wie eine Glühbirne leuchtete es über meinem Kopf auf, und ich verstand mit einem Mal meinen unterschwelligen Zorn. Wenn ich mich an der Bettkante gestoßen hatte, atmete ich durch, und schenkte dem Vorfall keine weiter Bedeutung. Als ich zu wenig Wechselgeld bekam, ebenso. Wenn mir jemand die Vorfahrt genommen hatte, winkte ich ab. Und so ging die Liste weiter. All diese kleinen, vermeintlich bedeutungslosen, ignorierten Ärgernisse hatten sich in mir aufgestaut, und verursachten eine allgemeine Missstimmung und einen Gallenstau.

Erkannt-Verbannt! Zwei Tage lang meckerte ich auf alles, was mir begegnete, sagte heraus was ich dachte, kotzte mich über Frisuren, Kleidung und volle Straßen aus. Ich brachte all meinen vergrabenen Zorn heraus. Danach ging es mir gut. Auch meiner Verdauung.

Jetzt bin ich aufmerksamer. Ich mache kein Drama aus den Ärgernissen, die mir begegnen. Aber ich erkenne, wenn ich mich ärgern würde. Und diese Erkenntnis macht mir die Emotion bewusst, bringt den Ärger ins Licht, und ich kann ihn aktiv umwandeln in kreative Energie.

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2) Die Verwandlung

In der Tantra Yoga Philosophie geht es darum sich immer weiter zu verfeinern. Sich seiner Essenz zu nähern und seine Wahrheit zu erkennen.

Die Praxis zielt darauf ab, grobstoffliche Energien, wie die Energie der Gedanken, Worte, Nahrung oder Muskelarbeit in eine feinstoffliche, essentielle Form zu bringen.

Diese feinstoffliche Energie hilft uns dabei, unseren spirituellen Weg zielgerichteter zu beschreiten. Wie ich weiter oben im Text schon erwähnt habe, nutzt Tantra alles, auch den Dreck in der Gosse, um zum Ziel des spirituellen Erwachens zu gelangen. Das ist die Theorie.

Hier kommt die Umsetzung:

Wenn du in deinen negativen Emotionen fest steckst oder du sie runter schlucken willst, gehe in eine Yogaklasse, übe Pranayama oder bete.

Atemübungen verwandeln die Atemluft in ihre Essenz, in Prana/Lebensenergie. Diese Lebensenergie sorgt dafür, die groben niedrigen Frequenzen in höhere umzuwandeln.
Gebete sind Bekenntnisse der Ergebenheit und des Glaubens. Glauben an eine höhere Macht, Führung und einen tieferen Sinn des Seins. Diese ausgesendeten Schwingungen verändern die Schwingungen deiner Umwelt in eine höhere Frequenz, die es dir ermöglichen leichter deine Einstellung zu verändern. Du wirst quasi automatisch auf eine positivere Haltung eingestellt.

Stelle deinen Geist auf Transformation ein, und lasse Yoga für dich arbeiten.

Die Asanas sind strategische Körperkonstellationen, die unsere grobstoffliche Energie so leiten, dass sie in feine spirituelle Energie umgewandelt und gespeichert werden kann. Es ist magisch. Es passiert ganz automatisch. Im Dreieck, im Krieger im Rad. So beschreibt es die Tradition.

Anstatt die Energie ins Dunkel des Unterbewusstseins zu schieben, wo sie früher oder später Schaden anrichtet, transformiere diese Energie bewusst. Mit dem bewussten Vorsatz, sie nicht zu verdrängen, sondern zu sehen, und zu nutzen. Wie das genau passiert, mag dir rätselhaft erscheinen, aber es passiert, anfangs vielleicht unbewusst. Je feiner du wirst, je bewusster kannst du es spüren. Das ist die Alchemie des Yoga.

Kennst du auch das Gefühl, wenn du aus der Yogaklasse kommst, dass alles leichter und klarer ist, und sich reiner anfühlt? Dieses Vorher – Nachher Gefühl? Oft ist uns nicht bewusst, was da gerade passiert ist. Ist es unser Hormonsystem, welches in Balance gebracht wurde? Hat der Lehrer mich gelobt, und ich fühle mich dadurch besser? Ist mir ein Pose gut gelungen? Ist mein Rücken jetzt nicht mehr so steif? Irgend etwas ist anderes. Meistens fühlen wir uns besser, ruhiger, strahlender. Am Ende ist nicht der Grund das Wichtigste, sondern, DASS es passiert!

Ich bin der festen Überzeugung, dass es die Umwandlung der grobstofflichen Energie ist, die nun als feinstoffliche Energie gespeichert wurde, und uns von innen heraus strahlen lässt. Der Yogi-Glow.
Dass ein Teil meiner Anspannung die Frequenz gewechselt hat, und nun Leichtigkeit ist. Dass der Nebel, den ich in die Klasse gebracht habe, sich zu Klarheit umgewandelt hat. Das Gefühl, warum diese Praxis seit jahrtausenden Bestand hat. Das Gefühl, weswegen wir immer wieder auf die Matte zurück kehren.

Alle Emotionen sind wertvoll. Wenn wir sie verleugnen, verleugnen wir uns.

Dieser Text ist kein Freibrief zum Ausrasten, Rumschreien oder Teller werfen. Er ist ein Plädoyer an das bewusste achtsame Leben. An das Erkennen von Emotionen, bevor sie zu einem Berg heran gewachsen sind. Bevor sie ausbrechen müssen. Ein Appell an den Mut, verletzlich zu sein, und sich seine Emotionen einzugestehen. Eine Bitte, Raum zu lassen für Emotionen. Die eigenen, und die der anderen. So können wir uns Transformieren, vom Groben zum Feinen, von Zorn zu Frieden. Unserer waren Essenz entgegen.

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Wie gehst du mit Frust und Ärger um? Teile es mit der Community in den Kommentaren!

Auf den Inneren Frieden,

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ditte-post-signatureNamasté

ich bin Ditte, Freidenkerin, Querdenkerin, Neudenkerin.
Spirituell Reisende, Heilerin, Yogalehrerin, Life-Coach und Poetin. Ich gehe meinen Weg undogmatisch und frei, meinem Herzen und meiner Bestimmung folgend, meiner großen Vision entgegen.
Komm’ mit und lasse dich inspirieren. Ich zeige dir, wie du deinen Platz in dieser Welt finden kannst, und ein selbstbestimmtes, glückliches Leben aus der Mitte deines Herzens lebst.

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