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Egoismus vs. Selbstwert und Selbstverwirklichung

16Ditte

Fühlst du das manchmal, wenn es scheint, dass alle bekommen, was sie wollen, außer du? Wenn Menschen sich scheinbar alles nehmen, was sie wollen und brauchen, nur du kannst das nicht? Erst einmal Entwarnung, du bist nicht allein mit diesem Gefühl.

Seit wir in Kinderschuhen stecken, wird uns beigebracht nicht egoistisch zu sein, zu teilen, die anderen vorzulassen und Kompromisse zu machen. Wenn wir das nicht tun, werden wir ausgeschimpft, und als Egoisten betitelt. Das Wort in Verbindung mit dem Schimpfen unserer Autoritätspersonen, lässt sich in unserem Unterbewusstsein wie folgt nieder: Egoismus ist etwas Schlechtes, und Egoisten sind keine netten Menschen. Sie sind selbst bezogen, und nehmen sich alles ohne Rücksicht auf andere. Ein Glaubenssatz, der uns unbewusst blockieren kann, für unsere Bedürfnisse einzustehen. Ein kollektiver Gedanke, der uns oft in eine ungünstige Zurückhaltung zwingt, bei der wir unsere Wünsche unterdrücken, und unsere Hoffnung nach Selbstverwirklichung langsam stirbt.
Warum dieser kollektive Gedanke bestand hat, und warum er uns vom Weg unserer Bestimmung abhält möchte ich heute mit dir diskutieren.

Das Thema „Ego“ ist eines der interessantesten Themen zum philosophieren. Es begleitet mich ständig, und dies ist sicher nicht der letzte Text, den ich zum Thema „Ego“ verfasse.

In diesem Jahr hat mich eine Nachricht einer guten Freundin zu meinem Geburtstag dazu voll getriggert. Sie schrieb das Folgende: „Ich wünsche Dir alles Liebe, folge weiter Deinem Herzen, aber da bin ich mir sicher, denn du nimmst Dir ja immer, was Du willst, im positiven Sinne natürlich.“

WHAAATTT???

Und wie Ana Forrest immer so schön sagt: „Never waste a good trigger“, gingen bei mir die Alarmglocken, an und das Gedankenkarussell los. Ich sah mich in meinem Kopf mit riesigen Bagger-Händen alles greifen, was ich in die Schaufeln bekommen konnte. Meinen Wege frei pflügen, zerstörerisch unaufhaltsam, mit teuflisch, grinsender Grimasse und irrem Blick, mit Donnerwolken im Hintergrund ohne Rücksicht auf Verluste.

Bin ich egoistisch, weil ich das tue, wonach mein Herz schreit? Bin ich rücksichtslos und achte nicht auf die Gefühle anderer? Verletzte ich Menschen, wenn ich mich für mich entscheide? Bin ich sogar narzisstisch veranlagt, und merke nichts davon?

Erst mal tief Luft holen. Eine kleine Atemübung einlegen und das Gedankenkarussell ausdrehen lassen.

Was bedeutet denn dieses Wort EGOISMUS überhaupt? Ganz neutral aus dem lateinisch/grieschischen übersetzt: ego = Ich. –Ismus ist der Suffix, der das Wort zum Substantiv macht. Es kann also durchaus auch als Ich-Verständnis, Ich-Gefühl oder Ich-Sein übersetzt werden. (Lateiner, ich freue mich auf Eure Kommentare!)

Da das Wort aber im kollektiven Verständnis diese negative Konnotation besitzt, übersetze ich es mal mit Selbst-Verständnis, Selbst-Wertverständis oder auch Selbst-Liebe.

Ja, das hört sich doch schon nicht mehr so teuflisch an.

Es geht doch darum, sich selbst zu verstehen und auf das zu hören, was uns unser Bauchgefühl sagt. Natürlich möchte ich das machen, was ich will, das erreichen, wonach ich mich sehne, und den Weg gehen, der für mich vorherbestimmt ist. Sich selbst kennen zu lernen ist der erste Schritt in Richtung selbstbestimmter Freiheit.

Denn erst wenn wir uns richtig kennen und verstehen, die Zeichen unseres Körpers deuten können, und nicht länger ignorieren, was da in uns heraus will, dann können wir das Leben leben, von dem wir träumen.

Wann fängt Egoismus an, und wo hält uns unsere Bescheidenheit, also unser fehlendes Selbst-Verständnis davon ab, dass zu bekommen und zu erleben, was wir im Herzen wollen?

Damit dieses Leben auch nachhaltig ist, und wir nicht bald die Quittung für rücksichtsloses Handeln bekommen, gilt es, sich zu hinterfragen. Jede Entscheidung die ich für mich treffe; ist sie auch zum Höchsten und Besten für andere und für die Welt? Verletze ich Menschen unnötig? Nehme ich mehr als ich benötige? Kann ich durch mein Handeln wachsen und etwas in der Welt bewegen? Kann ich durch mein Handeln andere in ihrem Wachstum unterstützen? Im Yoga ist das die erste Aufgabe überhaupt, die wir auf dem Weg zur Freiheit meistern müssen. Die Yamas und Niyamas sind die ersten zwei Arme des Achtgliedrigen Yogapfad nach Patanjali. Durch sie lernen wir uns selber zu durchschauen, uns zu disziplinieren, und uns gegenüber anderen Lebewesen fair zu verhalten.

Egoismus im negativen Sinne beginnt, wenn wir die Scheuklappen aufhaben, und uns diesen Fragen nicht stellen. Wenn wir unreflektiert reagieren, und ohne Atempause den Sprint zum Anfang der Warteschlange starten. Wenn wir andere mit unseren Worten und Taten verletzen, ethische Grundsätze missachten und verleugnen. Es ist auch eine Frage, wie sehr wir unsere inneren Zeichen wahrnehmen können, und wie viel Beachtung wir ihnen schenken. Unser Bauchgefühl teilt uns ziemlich genau mit, ob wir richtig oder falsch handeln. Wir sind bloß meister der Ignoranz und verleugnen dieses Gefühl auch mal gerne, wenn es uns von unserem persönlichen Vorteil abhält.

Wenn wir die ethischen Grundsätze (Yamas) verstehen und sie verinnerlichen, wenn wir auf uns achten und unsere Gedanken, Worte und Taten wahrhaftig reflektieren (Niyamas) und entsprechend anpassen, dann können wir unsere Energie erhöhen und uns unserem höheren Selbst nähern.

Unsere Aufgabe als Mensch und Yogi ist es, unser Ego-selbst, das uns von anderen und der Welt trennt, unserem Höheren Selbst anzunähern. Dann wird ungesunder Egoismus zu achtsamer Selbst-Liebe.

Wenn wir aus dem Herzen handeln, mit Liebe zu uns, unserem Wachstum und mit Liebe zu dieser Welt und ihren Kreaturen, dann können wir unserer Bestimmung folgen. Wir müssen uns nichts nehmen, sondern uns wird gegeben, was wir für ein selbstbestimmtes, freies Leben brauchen. Sobald wir Herz und Verstand verbinden, wird es fließen, und wir werden ganz genau wissen, was richtig und was falsch ist. Wir werden das Richtige tun, und unsere Ziele und Wünsche erfüllt sehen. Und das Beste daran ist, nicht nur wir selber profitieren davon, sondern auch jeder und alles, mit dem wir in Berührung kommen.

Wir müssen uns durchaus bewusst darüber sein, dass nicht alle Menschen mit unserem Weg einverstanden sind. Dass sich Menschen durch unseren Handeln verletzt fühlen, und der ein oder andere auf der Strecke bleibt. Wir müssen Shitstorm ertragen, Neid aushalten, und uns auch sicher als Egoisten beschimpfen lassen. Kann sein, dass unser Weg missverstanden bleibt. Das müssen wir in Kauf nehmen, wenn wir unserer Wahrheit folgen wollen. Deshalb ist es wichtig sich und seine Bestimmung, das Ziel, genau kennen zu lernen, und im Herzen zu tragen. Und uns immer wieder zu reflektieren: Ist diese Wahrheit zu 100% richtig? Wenn wir den großen universellen Plan immer im Hinterkopf haben und diesen unterstützen wollen, ist mein Handeln zu 100% zum Höchsten und Besten ALLER Wesen? Wenn wir mit ruhigem Gewissen und ehrlich, weichen Bauchgefühl JA sagen können, kann uns kein Shitstorm, keine Beschimpfung und keine Beleidigung vom Weg der Selbstverwirklichung abhalten. Wenn es mulmig wird und wir uns verteidigen wollen, dann: Never waste a good trigger! Schau, warum es dich triggert, und was es in dir zu bereinigen gibt. Das ist der Weg in die Transformation. Und behalte im Hinterkopf, dass dieser Weg nicht immer geradlinig verläuft. Es ist harte Arbeit, und erfordert Mut sich seiner Wahrheit zu stellen. Es kann erschütternd sein, und weh tun. Aber sei dir sicher. Das ist es wert!

Um das Leben voll zu leben, höre auf dein Herz, nutze deinen Verstand und das Feedback deiner Freunde und der Umwelt. Lerne dein Bauchgefühl kennen, und verleugne es nicht länger. Erkenne die Wahrheit IN DIR. Lasse dich nicht von Zweiflern und ängstlicher Besorgnis anderer von Deinem Weg abbringen. Nur du alleine kannst die Sehnsucht deines Herzens hören. Folge ihr und lebe deine Träume aus.

Die Wahrheit kann niemals egoistischer Natur sein. Dann seine Wahrheit zu finden und sich selbst zu verwirklichen, heißt seiner Bestimmung folgen. Es wäre egoistisch dies nicht zu tun. Wir alle sind ein Puzzelteil auf der göttlichen Landkarte. Jeder einzelne ist auf der Welt, um seinen Teil zur universellen Ordnung beizutragen. Folge deinem Herzen, sei authentisch und erkenne deine Wahrheit, dann wirst du deinem höheren Selbst begegnen, alle Zweifel überkommen, und wahrhaftig nützlich von unnützlich unterscheiden können.

 

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ditte-post-signatureNamasté

ich bin Ditte, Freidenkerin, Querdenkerin, Neudenkerin.
Spirituell Reisende, Heilerin, Yogalehrerin, Life-Coach und Poetin. Ich gehe meinen Weg undogmatisch und frei, meinem Herzen und meiner Bestimmung folgend, meiner großen Vision entgegen.
Komm’ mit und lasse dich inspirieren. Ich zeige dir, wie du deinen Platz in dieser Welt finden kannst, und ein selbstbestimmtes, glückliches Leben aus der Mitte deines Herzens lebst.

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